Sonntag, 6. Dezember 2009

Zimtsterne I, Vanillekipferln III und Rum-Kugeln am 2. Adventsonntag

Heute stürze ich mich in die Weihnachtsbäckerei.
Zuerst kommen die Zimtsterne dran:
Im Zauner Kochbuch komme ich an die erste Hürde: Arancini. Das ist irgendwas mit Orangen, Ist das dasselbe wie Orangeat?
Antwort: JA. Im Lebensmittelbuch ist es genau festgelegt:
Kandierte Orangenschalen werden auch als "Orangeat" oder als "Arancini", kandierte Cedratschalen auch als "Zitronat" oder "Succade", kandierte Blattstiele der Engelwurz auch als "Angelika", kandierte Kürbisstücke auch als "Vanillon" bezeichnet.

Das Rezept: (Seite 294):
250 Gramm geriebene Mandeln
370 Gramm Staubzucker
150 Gramm Marzipanrohmasse
150 Gramm sehr fein gehackte Arancini
5 Eiklar
10 Gramm Vanillezucker
3 Gramm Zimt

Zusätzlich 150 Gramm geriebene Mandeln zum Ausrollen und Eiweißglasur.

Alle Zutaten zu einem festen Teig zusammenwirken, 7 mm ausrollen, Eiweißglasur auftragen, mit Sternausstecher ausstechen. Bei 150 Grad backen bis sich die Sterne vom Backblech ablösen lassen.

Die Praxis:
Ich mische einmal alle trockenen Substanzen zusammen. Nehme von der Menge nur 2/3.
Arancini: Rapunzel Bio Qualität, bei den Mandeln gibt es Geriebene und Gemahlene, habe zufällig die Richtigen zu Hause.
Das Zusammenwirken ist eine pickige Sache, Die Eier kommen mir zu viel vor. Nehme nur etwa die Hälfte der angegebenen Menge, verzichte auf das Ausstreuen von Mandeln und nehme die Silikonmatte. Ausrollen: Gebe eine Silikonmatte drüber. Damit geht es recht gut.
Das Ausstechen: habe natürlich keine Sternausstecher zu Hause. Nur ganz Kleine. Das erste Blech mit verschiedenen Formen, das zweite einfach mit Quadraten und Rechtecken. Beim Ersten gebe ich die Glasur anschließend drauf, bei Zweiten zuerst.

Das Backen: Heissluft 130 Grad: Nach etwa 20 Minuten wird die Glasur etwas gelblich, das Ablösen vom Blech unsicher. Die Temperaturmessung versagt ( 111 Grad).

Geschmack:Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Konsistenz noch verändert. Für meinen Geschmack noch nicht fertig. Allerdings verfärbt sich das Eiweiß bereits.

Ich frage mich, warum man nicht zuerst die Sterne bäckt und dann die Glasur aufträgt und ein wenig abtrocknen lässt. Es ist der Kampf zwischen durchgebacken und gelblicher Glasur. Vielleicht kann man auch ein wenig Glasur in einem zweiten Durchganz auftragen. Bin noch nicht glücklich mit dem Rezept.
Nachtrag: Habe das gemacht: ein zweiter Durchgang mit etwas Eiweißglasur und trocknen bei 100 Grad für 20 Minuten. Weiße Zimtstangen. Schmecken immer besser.

Vanillekipferln III: nach dem Sacherrezept:
50 g geriebene Mandeln, 50 Gramm geriebene Haselnüsse
280 Gramm glattes Mehl
70 Gramm Staubzucker,
1 Prise Salz, Vanille aus einer Schote ( ich nehme 1 KL Vanillearoma)
200 Gramm zimmerwarme Butter (sehr warm, ich nehme wieder die irische Butter)
2 Dotter ( habe noch 3 Dotter, die von den Zimtsternen übrig geblieben sind)

(klingt alles furchtbar ungesund: Man muss aber auf 100 Gramm Mehl normalisieren. dann ist es im Vergelich zu den anderen Rezepten gar nicht so arg)
Im Originalrezept sollte man den Mürbteig wirken. Ich mag das nicht und rühre in bewährter Weise, Butter mit Zucker schaumig rühren, Ei kleinweise dazu, Mandeln und das Mehl unterheben. In das Zenker Blech einstreichen. Da sehr viel Masse macht der Junior noch ein handgewuzeltes Blech dazu. Alles mit Folie einpacken und über Nacht rasten lassen.
Ergebnis:
Insgesamt wurden 100 Kipferln verarbeitet. Das Backen erfolgte bei meiner Variante 24 Stunden nach der Zubereitung. Dazwischen mit Folie abgedeckt bei 4 Grad gelagert. Mit 140 Grad C Heissluft etwa 8 Minuten gebacken. Naturata Puderzucker mit Bourbon Vanille gemahlen ( Rapunzel.de). Die Kipferln sind sehr mürbe, lassen sich aber vorsichtig aus dem Blech heben. Im Blech sind die Kipferln etwas rescher als die Handgewuzelten.

Der Geschmack ist der Beste den ich heuer zuwege gebracht habe. Meine beiden Vanillekipferjunkies haben mit ein 2+ gegeben. Das Argument: Man will mich anspornen noch besser zu werden. Wie ???

Rum Kugeln:
Ich habe zuerst das Rezept von meiner Großmutter/Schwester probiert:
100 Gramm geriebene Nüsse
100 Gramm Staubzucker
1 Dotter
2 KL Rum

Alles mischen und nussgroße Kugeln formen, in Kuverture eintauchen, anschließend in Kristall oder Hagelzucker oder Buntzucker wälzen.

Durchführung: Mache alles mit dem Mixer, Super Easy. Mich stört allerdings das rohe Ei. Wenn man das bis Weihnachten aufbewahrt kann schon Einiges passieren.
Die anderen Rezepte im Netz sind ähnlich ( Google: Mohrenkugeln). Hier wird meistens Eiweiß verwendet. Ist auch schon egal, da man ja das Ganze nicht pasteurisieren kann. Ev. könnte man das mit pasteurisiertem eiweiß machen. Schmecken natürlich super. Ich nehme frisch gemahlene Walnüsse und die Manner 76 % Kuverture

Mandel-Marillenlikör Kugeln:
Da ich noch ein wenig Kuverture habe, kreiere ich mein eigenes Rezept:
100 Gramm Mandelrohmasse,
ca 60 Gramm Staubzucker
2 KL Marillenlikör aus der Wachau
50 Gramm geriebene Haselnüsse

Alles Zutaten zu einer Masse kneten und kleine Kugeln formen. In Kuverture tunken und entweder so belassen, in Zucker wälzen oder in Kakao. Man kann noch ein kleines Stück Walnuss drauf geben.

Der Geschmack ist super. Das nächste Mal probiere ich es mit Amaretto.

Samstag, 5. Dezember 2009

Das Zotter Schokoladenparadies

Heute waren wir in Zotters Schokoladenparadies. Die ganze Firma strahlt Authentizität und Professionalität aus. Es ist einfach schön, bei einen so genialem Menschen Gast sein zu dürfen. Mein Junior war begeistert. Ich kann ein paar Tage keine Schokolade mehr sehen, da ich einfach zu viel gekostet hatte. Die Sortenvielfalt ist ein Wahnsinn. Der neue Film am Beginn der Führung ist sehenswert. Man sieht die peruanischen Kakaobauern, und die Umstellung auf Bio und Fair Trade.Inzwischen röstet Zotter ja auch bereits selbst. Ich hoffe so schonend wie möglich. Mein Favorit ist die 6o % Edelbitter Kuverture und die Bourbon Vanille Trinkschokolade.



Donnerstag, 3. Dezember 2009

Ultragesunde Vanillekipferln. Ein Paradoxon ?



Gestern habe ich durch Zufall ein interessantes Lebensmittel gefunden:das Kokosnussmehl. Obwohl ich von Asien die Kokosnussmilch sehr schätze, ist mir das Mehl bisher nicht bekannt gewesen. Ich habe das Produkt im Bioladen gekauft. Es wird von C.W. Tropical GmbH aus D 86637 Wertingen importiert (tropical.com)

Die Nährwerte: ( Laut Angabe auf der Verpackung)
100 Gramm enthalten: 259 kcal, 19.3 Gramm Eiweiß, 26 Gramm Kohlenhydrate und 8 Gramm gesättigte Fett,, o.5 Gramm ungesättigte Fette, 38.5 Gramm Ballaststoffe.
Das schaut gut aus: Das ideale Slow Food. Sicher auch gut für Diabetiker

Aus dem Netz:
Das Kokosmehl entsteht bei der Produktion des Kokosfettes aus dem Fruchtfleisch. Es ist quasi das fettfreie Kopra. Kokosmehl enthält viel Ballaststoffe. Ohne Gluten, ohne Phytinsäure, kein schädliches Cyanid.
Es gibt natürlich auch ein Buch bei Amazon: Cooking with Coconut Flour: A Delicious Low-Carb, Gluten-Free Alternative to Wheat (Paperback)


Ich habe einmal das Vanillekipferl Rezept vom Wochenende mit dem Zenker Blech versucht:

Allerdings mit besonders gesunden Komponenten:
Es ist eine Weltpremiere: biologisch, Slow food, ballaststoffreich, Glyx,

140 Gramm Kokosnussmehl: (Tropical Bio coconut flour)
100 Gramm Butter ( Biologische Butter aus Irland- Omega 3 FS )
50 Gramm Mandeln ( selbst abgezogen und fein gerieben)
1 Ei ( Bio Freiland)
1 TL Bourbon Vanillezucker (bauernkoerberl.at , 93 % Rohrzucker, 7 % Bourbon Vanille)
50 Gramm Zucker ( Naturata Bio Puderzucker)

Zubereitung: Die zimmerwarme Butter, den Zucker, das EI und den Vanillezucker schaumig rühren. Mandel und Mehl dazugeben. FERTIG. In das Zenker Belch einstreichen. 10 Minuten bei 170 Grad Heißluft backen.

Sofort Staubzucker aufstreuen ( karamelisieren). Dieser wurde vorher mit 0.5 Gramm zermahlener Bourbon Vanille gemischt ( Rapunzel.de: Bio Bourbon Vanille)

Ergebnis:
Ich habe 2 Vanillekipferljunkies ( Anneliese/ Fritz) um eine Blindverkostung gebeten: Leider ist das Ergebnis enttäuschend, nahe bei der Bewertung grauslich:
"Schmeckt nicht, bin ich von Dir nicht gewohnt, etwas gummiartig, das mit dem Blech ist interessant."
Ich finde die Kipferl sind interessant. Ich werde zum Vergleich die üblichen Hirse/Reis Mais Mehle probieren.

Zum Trost: Auch mein Rezept vom Sonntag ist durchgefallen.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Glutenfreier Bio Rosinen-Kuchen




Das Rezept stammt aus dem Buch: Brot aus dem Brotbackautomaten von Mirjam Beile. (Ulmer Verlag) . Die Autorin ist selbst Bäckerin und weiß wovon sie spricht. Auf Seite 88 finden sich Rezepte für glutenfreie Brote.
Ich habe das Rosinen-Rum-Brot ausgewählt. Interessant ist, daß ich nicht das Schärf Mehl nehme, sondern eine Mehl, dass ich bisher noch nie gesehen habe. Das BIO 4 Korn Vollkorn Mehl von Werz. Der Preis ist mit 5.60 Euro/kg geschmalzen ( Broschek Hofladen in Guntramsdorf). Es ist eine Mischung aus Öko Reis, Mais, Hirse und Buchweizen. ( vollwertcenter.de).

Ich habe ja schon lange meinen Unold Brotbackmeister Multi herumstehen und nach anfänglichen Backorgien monatelang nicht benützt. Jetzt geht es also wieder los.

Ich nehme das Programm Basis, ST II, Dunkel mit 3 Stunden Backzeit. Bei 2:21 füllt man die Rosinen nach ( Seite 10 der Anleitung)

Das Rezept:
290 ml Milch ( ich probier erstmals die nicht pasteurisierte Demeter Rohmilch : Fam. Josef Hirsch Lohsdorf 5, A 3661 Arstetten )
1 Ei ( Bio Freilandei Größe M)
40 Gramm Butter ( Tiroler Landbutter)
1 EL Rum
410 Gramm glutenfreie Mehlmischung ( Werz)
1 TL Salz, 1 1/2 TL Zucker, 1 TL Trockenhefe (glutenfrei, Bio)
80 Gramm Rosinen

Ich habe einen Fehler gemacht, da ich die Hefe in die Milch geschüttet habe. In der Anleitung ( Seite 11) zum Brotbackautomaten ist ausdrücklich vermerkt, dass man die Hefe in das Mehl mischen soll.

Nach 3 Stunden:
Der Kuchen schaut ganz nett aus. Am Rand für mein Gefühl etwas zu dunkel ( das nächste mal genügt Mittel). Die Farbe angenehm die Krume knusprig, Der Geschmack ist o.k. Natürlich ist ein gutes Weizenmehl besser. Aber wenn man bedenkt, daß dieser Kuchen ohne Soja auskommt und trotzdem recht schön aufgegangen ist, kann man von einem gutem Ergebnis sprechen.
Verbesserungen:
Bräunung mittel,
Hefe in das Mehl mischen
Man könnte auch lactosefreie Milch nehmen
Das nächste mal probiere ich Olivenöl statt Butter.

Sonntag, 29. November 2009

Amaretto-Kokos Kugeln



Im Vorjahr hatte ich das Rum Kokos Rezept aus dem Sacher Mehlspeisenbuch ausführlich beschrieben. Nun ist wieder einmal Vorweihnacht und die Zeit der Rum-Kugeln ( wörtlich: des Herumkugelns) naht. Also ich habe keinen Rum zu Hause und auch kein Quimic. Sonst alles gleich.
100 Gramm geriebene Haselnüsse rösten,
100 Gramm Kokosraspeln goldbraun rösten,
80 Gramm Butter mit 80 Gramm Staubzucker und etwas Vanillearoma abrühren. 120 Gramm geschmolzene Vollmilchschoko dazugeben. Jetzt habe ich 80 Gramm Schlagobers ( statt Quimic dazugegeben). Jetzt die Kokosraspeln und die Haselnüsse unterheben. Kalt stellen. Da nach einer Stunde 4 Grad noch nicht hart, gebe ich die Creme für 15 Minuten in die Tiefkühltruhe.
Die Kugeln formen, in 100 Gramm temperierter Kuverture tunken und in den Kokosraspeln wuzeln
Am besten sollte man bei diesen köstlichen Mehlspeisen gleich ein Statin dazunehmen. Der Cholesterinspiegel wird es danken. Es gibt hier keine gesundheitsschonende Alternative. Nur die Menge macht es aus. Aus der Masse gehen etwa 40 Kugeln. Somit verzehrt man 2 Gramm Butter und 2 Gramm Schlagobers/ Kugel. Der Rest ist harmlos wenn man hochprozentige Schoko nimmt. Das Kokosfett ist umstritten. 1 Kugel = 1 Fettpunkt und ca 1/2 BE.

Übrigens was mache ich beim nächsten Mal anders: Ich werde doch Quimic nehmen, wegen der Festigkeit. Bei den Nüssen werde ich Walnüsse versuchen, oder Mandeln. Haselnüsse mag ich nicht so sehr. Bei der Schoko werde ich 90 % Kakao Bitterschoko nehmen. Und vielleicht doch wieder den Rum. Werde mir halt einmal eine kleine Flasche Bacardi Black kaufen. Die reicht dann für 1 Jahr.

Habe nun am 8.12 die Amaretto Kugeln nach Originalrezept gemacht. Inzwischen hatte ich auch das Quimic besorgt. Nehme etwa die Hälfte Mandeln die andere Hälfte Haselnüsse, Die Butter schmelze ich und lasse sie wieder erstarren. Die Kuverture lasse ich schmelzen und lasse sie auf 30 Grad abkühlen, Die Kokosraspeln röste ich in der Pfanne hellbraun. Sonst alles wie oben.
Der Teig ist ein wenig zu weich, daher kommt er 10 Minuten in die Tiefkühltruhe. Man könnte durchaus 50 kleinere Kugeln machen.

Vanillekipferln: Zenker Blech und gerührter Mürbteig

Gestern habe ich ja die Recherche zu den Vanillekipferln abgeschlossen. Die gestern produzierten Kipferln waren leider heute Nachmittag gänzlich verputzt. Nun wollte ich das Rezept von 1906 ( das ich letztes Jahr in diesem Blog ausführlich beschrieben hatte) mit dem Backblech machen. Dabei hatte ich ja gestern festgestellt, dass sich die meisten Rezepte nur dadurch unterscheiden, ob gewirkt oder gerührt.

Das Ergebnis vorweg: Die Kipferln sind härter, als die gestern. Warum weiß ich nicht. Der Vorteil ist, dass sie sich problemlos aus der Form schlagen lassen, ohne zu zerbröckeln. Der Geschmack ist gut, wobei mir die Kipferln vom Vorjahr und jene von gestern besser geschmeckt haben. aber vielleicht werden sie noch, wenn sie etwas länger liegen.

Zubereitung:
105 Gramm Butter ( Tiroler Sennereibutter handgeformt, traditionell erzeugt) und 35 Gramm Staubzucker mit dem Handmixer cremig rühren. Da das Gemisch meiner Ansicht zu trocken ist, modifiziere ich und gebe ein Ei dazu (man könnte wahrscheinlich auch mit Eiweiß alleine zurechtkommen oder Wasser). Jetzt wir es ganz schön cremig. 55 Gramm vorgeriebene und vorgeröstete Mandeln ( hier kann man sicher etwas verbessern) in einem Schuss dazu, dann das Mehl. Ich verwende Özbasak Weizenmehl ( 480 glatt: Hersteller Ludwig Polsterer, 2431 enzersdorf/Fischa, Lupo.at). 140 Gramm soll man nehmen. Ich mische 110 Gramm mit 30 Gramm Kartoffelmehl. Rühre nur mehr ganz kurz auf Stufe 1 um. Der Teg herrlich geschmeidig und optimal zum Einbringen auf das Blech. Heissluft 140 Grad. Ca. 20 Minuten, sofort mit Staubzucker abstreuen (karamelisieren) und aus der Form schlagen. Mit Staubzucker abstauben, und in ein mit Folie ausgelegten Karton geben.




Was mache ich beim nächsten Mal anders?

Ich werde griffiges Mehl nehmen, die Butter sollte etwas wärmer sein, die Temperatur erhöhe ich auf 180 Grad. Vielleicht trocknen sie dadurch aus, wenn die Backzeit zu lange dauert. Im nächsten Versuch nehme ich nur Kartoffelmehl. Dann wären die Kipferln glutenfrei.

Samstag, 28. November 2009

Vanillekipferln: Rezeptvergleiche




Ich habe von meiner PDL Sissi eine super Geschenk bekommen. Ein Vanillekipferlblech Bei Amazon sind die Rezensionen zu diesem Blech sehr unterschiedlich. Das beigelegte Rezept unterscheidet sich offensichtlich von jenen, die üblicherweise für den Mürbteig verwendet werden. Na ja also beschäftige ich mich heute an diesem nebligem Herbsttag mit den Unterschieden der Vanillekipferlrezepte.


Zunächst fällt auf, dass man in dem dem Blech beigelegtem Rezept keine eiskalte Butter sondern weiche Butter nimmt. Das ist gegen das Prinzip des Mürbteigs. Auch das Verhältnis 1-2-3 Zucker-Fett-Mehl wird nicht eingehalten. Also ist das offenbar ein Rezept, das auf das Fertigblech abgestimmt ist. 60-100-130 ( davon 95 Mehl und 25 Mandeln) auch die Mandeln sind eher wenig. Dazu wird auch ein Ei verwendet.

Mein Junior hat ein Weihnachtsbuch bekommen:
Da hält man sich recht brav an die Proportionen des Mürbteigs. 80-200-350(250+100)Allerdings wird hier nur davon gesprochen alles zusammenzumischen und 10 Minuten rasten gelassen. Das geht wahrscheinlich nicht gut.

MeinVanillekipferl Rezept von 2008 :105 Gramm Butter, 55 Gramm abgezogene geriebene Mandeln, 35 Gramm Staubzucker, 140 Gramm Mehl ( ich verwende griffig !), KEIN EI.

Das Rezept habe ich letztes Jahr in meinem Blog beschrieben und ist ein Wahnsinn. Es hält sich auch nicht so ganz an die 1-2-3 Regeln: 35-105-195 (55+140).
Es unterscheidet sich auch von der Backtemperatur her ( 140 Heißluft, während die anderen meistens 200 nehmen.

Auf der Website von Fred.Zimmer ( dem Kuchenmeister) gibt es wie immer eine Anzahl von Vanillekipferlrezepten. Im Wesentlichen aber auch nichts Anderes. Mürbteig in allen Varianten.

Im Lehrbuch der Bäckerei aus dem Trauner Verlag wird man wieder einmal fündig. Also es gibt zwei Arten von Mürbteigen. Die gerührten und die gewirkten. Die gewirkten nimmt man für die Strudel, Unterböden für Torten und Schnitten. Die Gerührten für Linzer Massen ( Torten, Kipferln, Teegebäck). Das Hauptproblem ist wohl das so genannte Brandigwerden des Teigs: Das Fett verbindet sich mit den anderen trockenen Zutaten und das Kipferl wird hart. Die Lösung nach Trauner ist die Backmargarine (nicht mein Fall) , und mehr Fett.
Weitere Regeln: Nur Staubzucker verwenden, da die Lösung im Teig schwierig ist. Wenn der Zucker nicht gelöst ist, wird der Teig unregelmäßig braun, wird härter und verleiht dem Gebäck mehr Kontur. Gibt man ein Ei dazu, wird das Gebäck mürber.

Gruppe 1: Gewirkte Vanillekipferl:
Kühl verarbeiten und rasch: Fett+Zucker glatt arbeiten. ev. Ei dazu, Mehl und Mandeln dazu, zusammenwirken. Kühle Teigruhe. Ausrollen, formen....

Das was man da in manchen Büchern liest mit Mehl und Butter zu Streusel wirken, ist meiner Meinung nach keine gute Idee.

Gruppe 2: Gerührte Vanillekipferl:
Fett, Zucker schaumig rühren, Aromen dazu, Ei langsam dazu
Gesiebtes Mehl und Mandeln unterrühren.
DEN TEIG RASCH VERARBEITEN ( keine Kleberbildung!), die Masse wird zäh, Durch die Handwärme beim Dressieren kann der Teig brandig werden.

Temperatur: 180 bis 200 Grad ohne Schwaden bei offenem Zug.

Ich schau jetzt einmal bei Chefkoch nach. Da wird genau dieses Diskussion geführt. Wäre vielleicht gut, wenn die Kochbücher da ein wenig genauer wären.
Und obwohl der Hr. Zimmer sonst so gescheit ist, ist ihm dieser Unterschied offenbar entgangen. Nun er hat ja auch meine Sachertortenaufstellungen übernommen und die Diskussionen über den Lebenmsittelcodex bei der Sachertorte. Vielleicht ist das auch für den Meister interessant.

Ein Blick in das Sachers Mehlspeisenbuch hat noch nie geschadet: Im Prinzip das Gleiche. Gewirkter Mürbteig über Nacht rasten lassen- Die Kipferln sofort formen. Interessant, dass er 1/2 Haselnüsse, 1/2 Mandeln nimmt.

Übrigens inzwischen ist es sonnig und ich verschiebe das Vanillekipferlmachen auf den Abend.

Das Ergebnis meiner Recherche und den Rezeptvergleich findet man hier
Mir gefallen auch gut die Vanillekipfervergleiche von EntegutAllesGut

Das Ergebnis des Backens ist interessant: Ich habe einmal das Rezept vom Zenker Backblech genommen. Ist ganz easy. Mit dem Handrührgerät wird die zimmewarme Butter ( 100 Gramm) mit dem Staubzucker verrührt, Vanillearoma dazu und ein Ei. Das Mehl sieben ( Ich nehme Alnatura Bio Mehl 550), die Mandeln sollten abgezogen sein. Ich habe nur fertig gemahlene und bin zu faul um die ganzen Mandeln zu blanchieren, abzuziehen und fein zu mahlen. also 25 Gramm Mandeln vorgemahlen dazugerührt. Fertig. Das Blech mit zerlassenem Kokosfett vorbereitet und den Teig eingestrichen. Das Blech ist leider für meinen Ofen zu gross. Bemerke ich erst als ich das fertig Blech einschiebe. Schneide mit der Baumschere 2 Reihen ab. Jetzt geht es hinein. 170 Grad Heißluft und OU Hitze. Die Kipferln gehen super auf. Nach 8 Minuten ist alles fertig. Ich gebe sofort Staubzucker drauf zum karamelisieren und stürze dann die Kipfern auf ein vorbereitetes Blech. Völlig easy.

Im zweiten Durchgang versuche ich noch mit dem Blech einen Vanillekipferlteig von Fanni. Geht auch nicht wesentlich schneller und schmeckt bitter. Ist nicht mein Fall.
Resumee: Das Blech erleichtert die Arbeit. Das beigelegte Rezept ist durchaus brauchbar und geht als gewirkter Mürbteig blitzartig. Morgen probiere ich eine geschmackliche Optimierung mit mehr Nüssen und nach Möglichkeit ohne Eidotter. Glutenfrei wäre natürlich auch schön.